Warum schmeckt mein Kaffee bitter trotz guter Bohnen?

Schnelle Antwort:
Wenn Dein Kaffee trotz guter Bohnen bitter schmeckt, können folgende vier Ursachen dahinterstecken: Überextraktion, Wassertemperatur, Mahlgrad und Lagerung der Kaffeebohnen. Damit Du den besten Geschmack aus Deinen Bohnen herausholst, ist es wichtig, all diese Ursachen zu überprüfen.

Was bedeutet Überextraktion bei der Espressozubereitung?

Von einer Überextraktion spricht man, wenn das Wasser beim Brühvorgang zu lange durch das Kaffeemehl läuft. In den ersten Sekunden werden die gewünschten süßen, malzigen, fruchtigen und schokoladigen Aromen extrahiert. Danach folgen die Bitterstoffe. Läuft das Wasser zu lang, überwiegen diese und der Kaffee schmeckt bitter.

Die ideale Brühdauer hängt vom Gerät ab, mit dem das jeweilige Kaffeegetränk zubereitet wird.

Die richtige Brühdauer für meinen Kaffee oder Espresso

Zubereitungsart Brühdauer
Siebträgermaschine 22–25 Sekunden
Espressokocher Ca. eine Minute
Vollautomat 27 Sekunden
Filterkaffee 3–4 Minuten
French Press 4 Minuten
Cold Brew 12 Stunden

Bitterer Kaffee wegen falscher Wassertemperatur

Genau wie die Brühdauer sollte auch die Wassertemperatur auf die Zubereitungsart Deines Kaffees abgestimmt sein. Eine zu hohe Wassertemperatur sorgt dafür, dass Bitterstoffe gelöst werden und der Kaffee bitter schmeckt.

Die richtige Wassertemperatur für Dein Kaffeegetränk

Zubereitungsart Brühtemperatur
Siebträgermaschine 94°C
Espressokännchen 99°C
Vollautomat 88°C
Filterkaffee 95°C
French Press 96°C
Cold Brew Kühlschranktemperatur

Bitterer Kaffee wegen falschem Mahlgrad

Bitterer Kaffee kann durch einen zu feinen Mahlgrad entstehen. Ist der Mahlgrad zu fein, sorgt das dafür, dass das Wasser langsamer durch das Kaffeemehl fließt, wodurch die Extraktionszeit erhöht wird und der Kaffee überextrahiert.

Der perfekte Mahlgrad für Siebträger, Vollautomat, French Press, Filterkaffee etc.

Zubereitungsart Mahlgrad
Siebträgermaschine fein
Espressokännchen fein
Vollautomat mittel bis grob
Filterkaffee mittel bis grob
French Press grob
Cold Brew grob

Bitterer Geschmack – Kaffeebohnen verdorben?

Richtig, ein bitterer Geschmack im Kaffee kann auch auf verdorbene Kaffeebohnen hindeuten. Die falsche Lagerung von Kaffeebohnen sorgt dafür, dass der Kaffee schon in kurzer Zeit ungenießbar wird.

Die Kaffeebohne selbst ist an sich schon eine gute Schutzhülle für die Kaffeearomen. Im Vergleich zu bereits gemahlenem Kaffee lassen sich die Aromen in gut gelagerten ganzen Kaffeebohnen länger erhalten.

Achtung Mythos: Es kursiert die Behauptung, Kaffee solle im Kühlschrank gelagert werden. Im Kühlschrank ist der Kaffee jedoch Kälte, fremden Aromen und Feuchtigkeit ausgesetzt.

Häufigster Grund für bitteren Kaffee

Überextraktion, also eine zu lange Durchlaufzeit des Wassers, ist der häufigste direkte Grund für bitteren Kaffee. Allerdings hängt eine Überextraktion eng mit dem Mahlgrad und der Wassertemperatur zusammen.

Wenn Wasser zu lange oder „zu intensiv” mit dem Kaffeepulver in Kontakt kommt, spricht man von einer Überextraktion. Das passiert beispielsweise, wenn das Kaffeemehl zu fein gemahlen ist, die Brühdauer zu lang ist oder die Wassertemperatur zu hoch.

Woran erkenne ich eine Überextraktion?

Die Überextraktion von Kaffee erkennt man an starken Bitterstoffen. Ein überextrahierter Kaffee erinnert an ungesüßten schwarzen Tee, während süßlich-fruchtige oder schokoladige Noten komplett untergehen.

Läuft das Wasser nur stockend oder gar nicht durch das Sieb und ist der Kaffeepuck nach dem Bezug nass und matschig, kann das ein Hinweis auf eine Überextraktion sein.

Wenn die Crema anstatt nussig, karamellig eher fleckig, fast schon weiß oder kaum vorhanden ist, spricht das ebenfalls für einen überextrahierten Espresso.