Die Geschichte des Kaffees: Von Afrika in die Welt

Unsere Kaffeeweltreise kennt Ihr ja schon. Hier erfahrt Ihr in diversen Posts auf unseren Social-Media-Kanälen oder in Blogartikeln mehr über die Kaffeekultur in verschiedenen Ländern. Doch Kaffee-Kultur gibt es nicht nur im Hier und Jetzt. Es gab sie schon vor vielen Jahrhunderten.

Nun stellt sich die Frage, wo der Kaffeegenuss eigentlich seinen Anfang fand und wie er es schließlich einmal um die gesamte Welt geschafft hat.

Die Herkunft der Kaffeebeere

Bevor es zum ersten Kaffeegetränk kommt, muss logischerweise erst einmal die Kaffeepflanze entdeckt werden. Habt Ihr schon einmal eine Kaffeepflanze in echt gesehen?

Botanische Grundlagen zur Kaffeepflanze

Die Kaffeepflanze, lat. Coffea, ist ein Rötegewächs mit der herausragenden Eigenschaft, Koffein in den Samen der Frucht zu speichern. Von der Coffea gibt es um die 124 verschiedene Arten. Zwei davon kennt Ihr wahrscheinlich: die Coffea Arabica und die Coffea Canephora (wird für den Robusta-Kaffee verwendet).

Die Blätter der Pflanzen wachsen paarweise und haben eine Oberfläche, die sich wachsartig anfühlt. In ihnen befindet sich der höchste Koffeingehalt – höher als in der Kaffeekirsche selbst.

Bevor sich die Kaffeekirsche herausbildet, verwandelt sich der Kaffeebaum in einen weißen Blütentraum, dessen Duft an Jasmin erinnert. Die weiße Blüte kann für die Zubereitung eines Kaffeetees verwendet werden.

Werden die Blüten bestäubt, können sich aus ihnen Kaffeebeeren entwickeln. Meistens verstecken sich in jeder Kaffeebeere zwei einander zugewandte Kaffeebohnen (Samen).

Pro Strauch geht man jährlich von einem halben Kilo bis Kilo an Kaffeebohnen aus.

Und woher kommt die Kaffeepflanze ursprünglich?

Nach heutigem Wissensstand können die Ursprünge der Kaffeepflanze bis nach Äthiopien, Kenia, Uganda und in den Sudan zurückverfolgt werden. Seine Heimat hat die Kaffeepflanze also in den tropischen Bereichen Afrikas sowie an der afrikanischen Ostküste. Allerdings gibt es keine offizielle historische Dokumentation zum Ursprung der Kaffeepflanze.

Das heißt, es gab von Natur aus ein paar wilde Kaffeepflanzen in den genannten Regionen. Doch irgendjemand muss sie entdeckt und probiert haben, bevor die Geschichte des Kaffees weitergeht.

Die Entdeckung und Nutzung der Kaffeepflanze

Verschiedene Erzählungen berichten davon, wie die Kaffeepflanze entdeckt wurde. Die bekannteste Legende erklärt sie durch eine hyperaktive Ziegenherde im Königreich Äthiopien. Der Hirte Kaldi beobachtete, dass die Ziegen sich an einem Strauch mit roten Beeren bedienten. Er ging davon aus, dass diese Beeren die Ursache für das aktive Verhalten der Ziegen sein müssten. Nach einem Austausch mit den Mönchen über diese Entdeckung einigte man sich auf einen Selbstversuch und schnell wurden sie von der belebenden und euphorisierenden Wirkung der Kaffeebeeren überrascht.

Und hiermit Taufen wir die Beere auf den Namen: Kaffee

Genau wie bei der Entdeckungsgeschichte scheiden sich auch hier die Geister. Doch es gibt zwei Theorien, die besonders als Erklärungsversuch für die Namensgebung zur Debatte stehen.

Theorie 1:

Die Region Äthiopien in der damals der Kaffee laut Legende entdeckt wurde, nannte sich Kaffa – und so wurde die Pflanze in Anlehnung an den Entdeckungsort getauft.

Theorie 2:

Auf arabisch bedeuten Kahwe oder Quahwa „Lebenskraft“ – somit wurde die Kaffeepflanze nach ihrer Wirkung benannt.

Was meint Ihr? Welche dieser Theorien könnte zutreffen?

Erste Zubereitungsformen des Kaffees

Die erste historische Dokumentation zur Kaffeezubereitung findet sich in der bereits erwähnten Region Kaffa im Jahre 900 n. Chr. Die damalige Zubereitungsform der Kaffeepflanze erinnert stark an einen Tee. Die Kaffeekirschen wurden getrocknet und sowohl Blätter als auch Frucht wurden in heißem Wasser aufgebrüht.

Durch das osmanische Reich bis nach Istanbul

Zur Kaffeezeitreise gehört auch die weltweite Verbreitung der Wunderbohne. Von Afrika aus machte sich der Kaffee auf den Weg quer durch die arabische Welt. Durch das Osmanische Reich ging es weiter nach Istanbul und dort ähnelte die Zubereitung der rohen, trockenen Kaffeebohnen bereits dem Kaffee, wie wir ihn heute genießen. Vor der Nutzung wurden die Samen, die wir als Bohnen bezeichnen, geröstet, gemahlen und in heißem Wasser gebrüht.  Dieses Getränk namens Mokka erfreute sich großer Beliebtheit, was dazu führte, dass bereits 1555 die ersten Kaffeehäuser in Istanbul eröffneten.

Doch wer jetzt von einem großen Kaffeehype in Istanbul ausgeht, irrt sich. Denn die Kaffeetrinker und Kaffeehausbesitzer von damals, waren mutige Rebellen. Der Herrscher dieser Zeit, Sultan Murad IV., hat Kaffee im 16. Jhd. verboten, ganze Kaffeehäuser zerstört und rebellische Konsumenten verfolgt.

Sultan Murad IV. befürchtete eine Feuergefahr durch die Kaffeekultur, wobei das „Feuer“ metaphorisch für einen politischen Aufstand war. Eine echte Brandgefahr ging vom Kaffee nämlich nicht aus. Der Sultan beobachtete, wie Kaffeehäuser als Treffpunkt zur Planung von Revolten genutzt wurden, und das gefiel ihm natürlich nicht. Seine Restriktionen waren so radikal, dass man beim Besitz von Kaffee sogar mit der Todesstrafe rechnen musste.

Bis ins 19. Jahrhundert waren immer wieder Herrscher an der Macht, die in Istanbul die Kaffeekultur nicht richtig aufblühen ließen. Heute ist das koffeinreiche Heißgetränk aus der türkischen Tradition nicht mehr wegzudenken. So serviert die Braut bei einer traditionellen Hochzeit dem Bräutigam beispielsweise einen Kaffee mit Salz statt Zucker und testet damit seinen Charakter anhand der Reaktion. Der türkische Mokka wird bis heute als immaterielles Kulturerbe von der UNESCO anerkannt.

Doch wie ging es weiter von Istanbul aus? Wie schaffte es der Kaffee in die große weite Welt hinaus?

Das osmanische Reich als erster weltweiter Handelsknoten für Kaffee

Das Osmanische Reich war eine der wichtigsten Handelsregionen für Europa im 17. Jahrhundert. So wurde in diesem Jahrhundert auch das erste Mal Kaffee nach Venedig importiert. Danach folgte eine zeitlich eng getaktete Kettenreaktion.

Neben Konstantinopel, dem heutigen Istanbul, im 16. Jhd. eröffneten nun etwa hundert Jahre später auch in Italien, England, Frankreich und Österreich die ersten Kaffeehäuser.

Kolonialzeit als Schlüsselereignis der globalen Kaffeewirtschaft

Die Nachfrage nach Kaffee stieg nicht nur im Osmanischen Reich, sondern ab dem 17. Jhd. auch in ganz Europa, und so nutzten Kolonialmächte die klimatischen Bedingungen in Brasilien, in der Karibik und Indonesien, um dort Kaffee in großem Stil anzubauen und der Nachfrage in Europa gerecht zu werden. Aufgrund dieser Geschichte ist Brasilien heute weltweit der größte Kaffeeproduzent.

Doch wie kam es schließlich zum Espresso – der Krönung des Kaffeegenusses?

Espresso

Ein Happy End seit 1880

Mitte/Ende des 19. Jahrhunderts gab es in Mailand bereits ein Kaffegetränk, das nur in spe-ziellen Bars konsumiert werden konnte. Damals galt es nicht als Wachmacher, sondern soll-te zum Verweilen und Genießen einladen.
Espresso wird oft mit dem Begriff „Express“ in Verbindung gebracht, dabei lässt er sich ei-gentlich von „esprimere“ also von „ausdrücken“ herleiten. Er bezieht sich daher nicht auf den schnellen Konsum, sondern auf die Art der Zubereitung, die mit einem besonders hohen Wasserdruck einhergeht und dadurch ein herausragende Aromenprofil erzielt.
Bereits 1851 konnte dank des Mailänder Ingenieurs Luigi Bezzera und eines Kaufmanns aus Neapel die erste prototypische Siebträgermaschine präsentiert werden. Bis diese auf dem Markt in Serie ging, verstrichen weitere 50 Jahre.
So markierte der Espresso schließlich die Jahrhundertwende und eroberte Kaffeeherzen aller Welt in Lichtgeschwindigkeit – ein unübertrefflicher Trend der bis heute anhält.

Eine Zeitreise rund um die Bohne Die Geschichte des Kaffees Espresso

Ende der Kaffeegeschichte und ein Anfang voller Inspiration

Wenn man der bekanntesten Kaffeelegende Glauben schenkt, haben wir dem äthiopischen Hirten Kaldi die Entdeckung des Kaffees zu verdanken. Seine aufmerksame Beobachtung führte dazu, dass schon bald die ganze Welt von der belebenden Wirkung der Samen in den roten Kaffeekirsche profitierte.

Mittlerweile lassen wir uns täglich von der euphorisierenden Kraft des Kaffees inspirieren. Wer weiß, welche bahnbrechenden Ideen uns dank einer guten Tasse noch einfallen?

Also: Augen auf – die Natur steckt voller Überraschungen.